Borreliose- Gefahr durch Zecken

Was ist Borreliose?

Borreliose ist eine durch Zecken (einheimischer Holzbock, Ixodes ricinus) übertragene bakterielle Infektionskrankheit.

Woher kommt die Infektion?

Verschiene Mausarten stellen das Hauptreservoir da, an denen sich die Zecken infizieren.

Wie ist der Lebenszyklus der Zecke?

Ein Zeckenweibchen kann bis zu 5000 Eier legen, aus denen Larven schlüpfen und sich später über eine Jugendform zur erwachsenen Zecke entwickeln, alle Stadien brauchen dabei Blut.

Wie erfolgt die Infektion?

Die Zecke nimmt Borrelien mit dem Blut von Mäusen auf, die sich in ihrem Darm vermehren und dann beim Saugakt am Hund in ihre Speicheldrüse wandern und dabei in den Hund injiziert werden. Je länger eine Zecke Gelegenheit zur Blutaufnahme hat, desto größer wird die Gefahr der Infektion.

Wie sieht die Situation der Zecken im Deutschland aus?

In Süddeutschland sind bis zu 60 % der Zecken mit Borrelien infiziert, in Mittel- und in Norddeutschland bis zu 30 %. Das bedeutet auch dementsprechende Infektionsraten beim Hund.

Wie sieht das Erkrankungsbild beim Hund aus?

Anfangs treten keine typischen Symptome auf. Die sogenannte Wanderröte an der Stelle des Stichs kann durch die Behaarung und Hautfärbung oftmals nicht beobachtet werden. Die Tiere sind evtl. müde und/oder bewegungsunlustig. Die für Borreliose typischen Symptome wie Fieber, geschwollene Lymphknoten und Lahmheit durch Gelenkentzündung werden selten beobachtet.

Können andere Tierarten erkranken?

Die Katze kann erhöhte Borrelioseantikörpertiter aufweisen ,jedoch erkrankt sie vermutlich nicht. Pferde können infiziert werden und Gelenkentzündung und Lahmheiten zeigen. Vögel transportieren infizierte Zecken wunderbar und verteilen diese weit, erkranken aber nicht selber.

Wie kann die Borreliose diagnostiziert werden?

Es muss irgendwann ein Zeckenkontakt stattgefunden haben, oftmals unbemerkt. Dieser kann bis zu 2 Monate zurückliegen. Die unspezifischen Krankheitssymptome lassen nur einen Verdacht zu. Eine Blutprobe wird an ein spezielles Untersuchungslabor geschickt, dort besteht die Möglichkeit der Antikörpertiterbestimmung, Westernblotdurchführung . Nimmt man eine Hautbiopsie oder schickt man die Zecke an das Labor, so kann eine direkte Erregerisolierung und Kultivierung durchgeführt werden.

Kann die Borreliose behandelt werden?

Da Borrelien Bakterien sind , kann über mindestens 21 Tage eine intensive Antibiotikatherapie durchgeführt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einige Tage entzündungshemmendes Mittel parallel zu geben. Leider können die Erreger nicht immer eliminiert werden, so dass Rückfälle auftreten.

Besteht die Möglichkeit einer Schutzimpfung?

In Deutschland ist seit vier Jahren der erste Borreliose-Impfstoff für Hunde zugelassen. Es handelt sich um einen klassischen bakteriellen Impfstoff, der inaktiviertes Vollantigen von Borrelia burgdorferi sensu strictu, dem europäischen Stamm der Borrelien, enthält.

Wie und wann soll geimpft werden?

Mit der Grundimmunisierung sollte in der kalten Jahreszeit begonnen werden, da der Holzbock im späten Frühjahr und Herbst seine größte Aktivität zeigt. Welpen können ab der12. Lebenswoche geimpft werden, dabei sind zwei Impfungen im Abstand von 3 bis 5 Wochen erforderlich. Die Impfung wird gut vertragen, ab und zu gibt es an der Injektionsstelle eine nicht-schmerzhafte Schwellung, manche Hunde schlafen für ein bis zwei Tage etwas mehr. Der Impfschutz hält bis zu einem Jahr, besonders gefährdete Tiere wie zum Beispiel der Jagdgebrauchshund sollten nach sechs Monaten nachgeimpft werden.

Ist eine Impfung sinnvoll?

Borreliose ist eine sehr schwere Erkrankung, deren eindeutige Diagnostik und Therapie sehr schwierig sein können, leider kommt es oft zu Rezidiven, die Langzeitschäden wie zum Beispiel Gelenkentzündungen mit anschließender Arthrose und bei bes. Hunderassen zu weiteren Komplikationen, wie z.B. chronischen Nierenschäden führen kann. Durch die Schutzimpfung gegen Borreliose kann einer Erkrankung gezielt vorgebeugt werden. Hunderttausende geimpfter Hunde belegen die gute Verträglichkeit und Wirksamkeit des Impfstoffes.

Wie kann der Hund vor Zeckenbefall geschützt werden?

Es gibt verschiedene Antiparasitika, die in Ampullenform entweder aufgeträufelt oder als Spray aufgesprüht werden. Alle diese wirklich unbedenklichen Mittel für Tier und Mensch gibt es beim Tierarzt, der weitere Fragen zu Dosierung und Anwendung beantwortet.